GLOCK A-CUT – Revolution oder logische Weiterentwicklung?

2025-03-12 14:49:00 / WaKa Blog
GLOCK A-CUT – Revolution oder logische Weiterentwicklung? - GLOCK A-CUT – Revolution oder logische Weiterentwicklung?

GLOCK Pistolen gehören zu den weltweit meistverbreiteten Kurzwaffen. Seit ihrer Entwicklung durch Gaston Glock im Jahr 1980 haben sie sich in über 100 Ländern etabliert. Dabei bleibt GLOCK seinem bewährten Konzept treu: Evolution statt Revolution. Drastische Änderungen sind nicht GLOCKs Stil – stattdessen werden sinnvolle Anpassungen vorgenommen, die das Grundkonzept weiter optimieren.

Die Stärken der GLOCK? Zuverlässigkeit, Robustheit, geringes Gewicht und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Kein Wunder also, dass sie in zahlreichen Streitkräften und Polizeibehörden zum Standard gehören. Diese weitreichende Verbreitung bringt auch den Vorteil einer erstklassigen Ersatzteilversorgung mit sich. Und natürlich ist die große Popularität nicht auf behördliche Nutzer beschränkt – auch der zivile Markt hat GLOCK längst für sich entdeckt.

Dank einer enormen Zubehörvielfalt – sowohl von GLOCK selbst als auch von Drittanbietern – lassen sich die Waffen umfangreich individualisieren. Das hat dazu geführt, dass GLOCK-Pistolen trotz ihrer behördlichen DNA auch im Schießsport eine feste Größe sind.

GLOCK im Sport – unterschätzte Leistung?

GLOCK hat nicht unbedingt den Ruf einer klassischen Sportwaffe. Die Anforderungen von Behörden und Sportschützen sind nun mal unterschiedlich. Doch wer meint, mit einer GLOCK könne man keine Titel gewinnen, sollte sich folgende Namen merken:

  • Tino Schmidt – mehrfacher deutscher Meister in der IPSC Production Division mit einer GLOCK.
  • Robert Vogel – ehemaliges SWAT-Mitglied und Schießausbilder, der mit seiner GLOCK 17 mehrfacher USPSA- und IDPA-Weltmeister wurde. Insgesamt gewann er 24 USPSA National Champion-Titel in verschiedenen IPSC/USPSA-Waffenklassen – alle mit GLOCK-Pistolen.

Wie dem auch sei, hier soll es nicht um GLOCKs Erfolge im Schießsport gehen – das ist ein Thema für spätere Blogbeiträge. Ebenso wird es hier noch tiefere Einblicke in ikonische GLOCK-Modelle, die Technik dahinter und spannende Individualisierungsmöglichkeiten geben.

Heute geht es um etwas anderes: die neue GLOCK A-CUT Serie.

Was ist GLOCK A-CUT?

Die GLOCK A-CUT Modelle sind das Ergebnis einer Kooperation zwischen zwei Branchengrößen: GLOCK und Aimpoint. Ziel der Zusammenarbeit war es, ein Rotpunktvisier direkt auf der Waffe zu montieren – ohne Adapterplatten.

Zwei entscheidende Vorteile der A-CUT Technologie

  1. Keine Adapterplatten mehr

    • Jedes zusätzliche Teil bedeutet eine zusätzliche Fehlerquelle.
    • Durch die direkte Verschraubung entfallen Adapterplatten komplett – weniger Teile, weniger Probleme.
  2. Extrem tiefe Montage

    • Das Aimpoint COA sitzt tiefer als die meisten anderen Optiken auf MOS-GLOCKs.
    • Co-Witness mit Standardvisieren ist damit problemlos möglich.

Natürlich sind beide Punkte für sich genommen nicht neu. Holosun SCS hat bereits Optiken entwickelt, die direkt auf das GLOCK MOS-System montiert werden können. Und dass eine tiefe Montage mit Co-Witness möglich ist, hat u.a. B&T mit seiner Hush Puppy (G19) Modifikation längst bewiesen.

Der Unterschied? Diesmal gibt es eine Out-of-the-Box-Lösung direkt von zwei renommierten Herstellern. GLOCK und Aimpoint sind Branchenführer in ihren jeweiligen Bereichen und haben sich als zuverlässige Behördenlieferanten weltweit einen Namen gemacht. Und wie man es von GLOCK kennt, kommt das Paket zu einem interessanten Preis auf den Markt.

Die Aimpoint COA – Technische Daten

Die Aimpoint COA ist speziell für die GLOCK A-CUT entwickelt und bietet folgende Spezifikationen:

  • Rotpunktgröße: 3,5 MOA
  • Abmessungen: 45 x 28 x 30 mm
  • Gewicht: 48 g inkl. Batterie
  • Batterielaufzeit: 50.000 Stunden (bei Helligkeitsstufe 7)
  • Intensitätsstufen: 12 (4 Nachtsicht-, 8 Tageslichtstufen)
  • Wasserdicht: bis 25 m nach MIL-SPEC
  • Gehäusematerial: 7075-T6 Aluminium

Die Optik ist vollständig geschlossen, was bedeutet, dass Schmutz, Regen oder Schnee kein Problem darstellen. Ein kurzes Wischen mit dem Finger reicht, um sie wieder einsatzbereit zu machen.

Außerdem wurde die COA extremen Belastungstests unterzogen: 40.000 Schuss 9 mm Luger ohne Ausfälle.

Welche GLOCK-Modelle gibt es mit A-CUT?

Zum Marktstart gibt es die A-CUT-Modelle in folgenden Varianten:

  • GLOCK 19 Gen5 A-CUT COA
  • GLOCK 45 A-CUT COA
  • GLOCK 47 A-CUT COA
  • GLOCK 43X A-CUT COA (Slimline-Modell)
  • GLOCK 48 A-CUT COA (Slimline-Modell)

Vergleich: A-CUT vs. MOS-System

Feature GLOCK MOS-System GLOCK A-CUT
Adapterplatten nötig Ja (i.d.R.) Nein
Optik sitzt tief Nein (i.d.R.) Ja
Co-Witness möglich Abhängig von Set Standard
Geschlossene Optik Optional Standard
Wasserdicht Abhängig von Optik Ja (25 m)

Während das MOS-System universell für verschiedene Optiken genutzt werden kann, ist A-CUT exklusiv für Aimpoint COA. Das kann als Einschränkung gesehen werden, bringt aber eine maximale Passgenauigkeit und Stabilität.

Fazit: Evolution statt Revolution, aber eine verdammt gute

Mit der A-CUT bringt GLOCK eine durchdachte Weiterentwicklung seines Optiksystems. Es ist keine bahnbrechende Innovation, sondern eine konsequente Optimierung, die genau das bietet, was Behördennutzer und sportlich ambitionierte Schützen benötigen:

Robuste, direkt montierte Optik ohne Adapterplatten
Sehr tiefe Visierlinie für einfaches Co-Witness
Geschlossenes Design für maximale Widerstandsfähigkeit
Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis

Für viele GLOCK-Nutzer wird das A-CUT-System genau das sein, worauf sie gewartet haben. Doch es bleibt spannend, ob GLOCK diese Technologie auch für weitere Optiken öffnet oder ob zukünftige Modelle mit zusätzlichen Verbesserungen folgen.

Bleibt dran – es wird spannend!


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